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19.03.2018, 18:54 Uhr | Josefine Sack MAZ-Reporterin

Schönefeld erzielt Rekordeinnahmen - MAZ vom 16.03.2018

Die Gemeindekasse brummt. 110 Millionen Euro Steuern hat die Flughafengemeinde 2017 eingenommen. So viel wie noch nie. 2018 rechnet die Verwaltung von Bürgermeister Udo Haase (parteilos) sogar mit noch mehr Einnahmen.

 Die Gemeindevertreter in Schönefeld haben in diesem Jahr einen Rekord-Haushalt beschlossen. Mit Steuereinnahmen in Höhe von 131 Millionen Euro rechnet die Verwaltung im Jahr 2018. Damit ist der Etat, der Flughafengemeinde, so hoch wie nie zuvor. Im Vorjahr beliefen sich die Erträge aus Steuern auf rund 110 Millionen Euro. Steuern sind die Haupteinnahmequelle in Schönefeld.

Josefine Sack / MAZ vom 16.03.2018
Schönefeld -
Einnahmen in Höhe von 155 Millionen Euro

Der zweitgrößte Posten sind Kostenerstattungen und -umlagen mit 11,3 Millionen Euro. Knapp sechs Millionen Euro spülen sonstige Zuwendungen in die Gemeindekasse. Weitere drei Millionen Euro sind öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte, darunter fallen Benutzungs- und Verwaltungsgebühren sowie zweckgebundene Abgaben. Den Einnahmen in Höhe von insgesamt circa 155 Millionen Euro stehen Aufwendungen in Höhe von knapp 150 Millionen Euro gegenüber.
 
Kreisumlage „tut richtig weh“

Der größte Teil dieses Geldes dient nicht etwa der Kostendeckung kommunaler Leistungen, sondern fließt direkt in sogenannte Transferleistungen, also in die Kreis- und Finanzausgleichsumlage. 105 Millionen Euro zahlt die Gemeinde Schönefeld in diesem Jahr insgesamt an den Landkreis und an das Land Brandenburg. „Das tut richtig weh“, sagt Bürgermeister Udo Haase (parteilos) mit Blick auf die hohe Summe. Beim Thema Kreisumlage höre bei ihm der Spaß auf. 4,8 Millionen Euro zahlt die Flughafengemeinde monatlich in die Kreiskasse ein. Die Kreisumlage berechnet sich aus der Steuerkraft der Gemeinde und den Schlüsselzuweisungen. Wegen seiner hohen Einnahmen schultert Schönefeld nahezu die Hälfte der Kreisumlage in Dahme-Spreewald. Von einer Senkung des Satzes von derzeit 39,5 Prozent auf 38 Prozent würde die Gemeinde daher am meisten profitieren.
 
Haase und den anderen Bürgermeister im Nordkreis geht der Vorschlag des Kreises nicht weit genug. Sie fordern eine Senkung um 2,5 Prozentpunkte. „Es geht ums Prinzip“, so der Bürgermeister. Finanziell stehe der Kreis gut da. Es könne nicht sein, dass Schönefeld monatlich knapp fünf Millionen Euro in die Kreiskasse einzahlt und „der Landkreis einen Geldberg von fast 60 Millionen anhäuft“. „Wer baut denn das Kreisgymnasium, den Autobahnanschluss und setzt Bundesstraßen in Stand? Das machen alles wir“, schimpft Haase. Alles Aufgaben, die nicht Sache der Kommune sind. Notfalls wolle er juristisch gegen den Kreis vorgehen, so Haase. Würde der Kreisumlagesatz – wie gefordert – auf 37 Prozent gesenkt, verblieben jährlich vier Millionen Euro mehr in der Gemeindekasse.
 
Insgesamt will die Flughafengemeinde 2018 37,7 Millionen Euro investieren. Neben dem Gymnasium, das die Gemeinde mit dem Landkreis baut, zählt der Kita- und Hortkomplex für 530 Kinder, der auf dem Gelände hinter der Astrid-Lindgren-Grundschule entstehen soll, zur größten Investition. Zwölf Millionen Euro sollen dort 2018 und 2019 verbaut werden. 
 
Von Josefine Sack 

aktualisiert von Andreas Hochgesang, 19.03.2018, 19:06 Uhr

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