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30.09.2018, 11:48 Uhr

Die neue Macht der Älteren

Senioren sind die größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland.
Sie zeichnen sich vor allem
dadurch aus, fleißiger zur Wahl zu gehen als alle anderen. Ob sie allerdings die ihnen gebührende, politische Macht und den Einfluss auf den Gang der Dinge im Lande haben, ist die große Frage.

Rolf Behrend, Landesvorsitzender in Thüringen und Mitglied des Bundesvorstandes der Senioren-

Union, hat dieses heiße Thema kürzlich im Souverän aufgeworfen. Und wir kommen nicht umhin,uns den hier dargestellten Problemen zu stellen.

Völlig zu recht geht Behrend davon aus, dass die gefühlte Machtbasis der Senioren- Union durch

zunehmende gesellschaftliche Alterung wächst. Indes wird der damit ganz selbstverständlich

aufkommende Wunsch der Alternden, in allen gesellschaftlichen Bereichen mitbestimmen zu

können, nicht ausreichend erfüllt. Offensichtlich gibt es bei uns eine verbreitete Arroganz, nicht

genug Zeit aufzubringen, um die reichen Erfahrungen der Alten anzuhören. Hinzu kommt ein

schwerwiegender Fehler der CDU, in der die nachwachsenden Senioren sich zu jung vorkommen,

sich selbst zum Altern und den damit einhergehenden Problemen zu stellen.

Wenn wir denn wirklich eine christliche Volkspartei sein wollen, dann müssen wir akzeptieren, dass

unsere Gesellschaft, das sind wir alle, immer mehr altert. Leider gibt es unter uns als Spätfolge des

noch verbreiteten Jugendwahns die Borniertheit, sich für zu jung zu halten,um sich politisch in

diesen Prozess des Alterns einzuordnen. Dabei wäre es geradezu logisch und vernünftig, wenn in

den Versammlungen der Senioren- Union Jugendprobleme genau so ihren Platz hätten, wie

Seniorenangelegenheiten von der Jungen Union debattiert werden sollten. Es ist zudem nahezu

unbegreiflich, dass die CDU ihrer 60+ Generation nicht dringend empfiehlt, in die Senioren- Union

einzutreten.

Was für eine gewaltige politische Macht könnte da auf dem politischen Parkett in

Deutschland erscheinen, die eine sachkundige Politik für die alternde Gesellschaft fordert und

betreibt?!

Was wir brauchen, ist ein gemeinsames Tun und die Erkenntnis, dass Junge von Alten und Alte von

Jungen lernen können. Wir teilen voll die Ansicht von Rolf Behrend dass dabei im modernen

Verständnis der Generationen die Autorität und Erfahrung der Alten eine maßgebende Rolle spielt.

Von den Alten wird die natürliche Ausstrahlungskraft von Kenntnissen und Lebenserfahrungen

erwartet, die sich anregen und befruchten lässt von der Begeisterung, den neuen aufbegehrenden

Ideen und dem Freiheitsdrang der jungen Leute.

Auf diese Weise können die Senioren eine politische Macht entwickeln, die gemeinsam mit den

Jungen die anspruchsvollen Aufgaben erfüllen kann, die heute an die moderne Gesellschaft gestellt

werden. Was wir brauchen, ist Erfahrung und Mut, neue Wege zu gehen, ohne die Weisheit am

Wegesrand liegen zu lassen. Genau deshalb stehen wir als Landesverband der Senioren- Union

Brandenburg voll hinter dem Leitantrag zum neuen Grundsatzprogramm der Senioren- Union, das

im November 2018 beschlossen werden soll. Darin heißt es:

„Seniorinnen und Senioren sind der gesellschaftliche Anker Deutschlands. Ihr Alter ist

wertzuschätzen, ihre Erfahrungen sind zu nutzen und ihr Wissen ist weiterzugeben. Es ist unser

Anliegen, ein realitätsnahes und positives Bild vom Alter und und vom Altern zu vermitteln und

weiterzugeben. Unser Ziel ist es, mit ganzer Kraft dafür zu wirken, dass man das Altern mit dem

Wort beschreiben kann:

Es ist ein Glück, in unserem Land anerkannt und in Würde alt zu werden und das Leben in Freiheit

zu genießen. Für diese Lebensauffassung werden wir uns als Seniorinnen und Senioren in

Brandenburg stark machen.
Das sollten wir uns von niemandem streitig machen lassen