Gedenken an 65 Jahre Mauerbau in Großziethen

13.08.2026

Der 13. August 1961 gehört zu den dunkelsten Tagen der deutschen Nachkriegsgeschichte. Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde die Teilung unseres Landes für Jahrzehnte zementiert. Familien wurden auseinandergerissen, Freundschaften getrennt und Menschen ihrer Freiheit beraubt. 65 Jahre später haben wir beim zentralen Gedenken des Brandenburger Landtages in Schönefeld, im Ortsteil Großziethen, an dieses Unrecht erinnert.

Das würdevolle Gedenken machte deutlich: Auch mit wachsendem zeitlichem Abstand darf die Erinnerung an die deutsche Teilung nicht verblassen. Hinter der Geschichte der Mauer stehen persönliche Schicksale. Menschen, deren Lebenswege gewaltsam verändert wurden, deren Hoffnungen an einer Grenze endeten und die unter der Unfreiheit der SED-Diktatur litten. Ihnen gilt unser Gedenken.

An der Gedenkveranstaltung nahm auch unser CDU-Landesvorsitzender und Innenminister Dr. Jan Redmann teil. Seine Anwesenheit und die eindringlichen Worte am Gedenkort unterstrichen die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur. Gemeinsam haben wir ein Zeichen gesetzt: Wir vergessen weder das Unrecht der Teilung noch das Leid, das die Mauer über so viele Menschen gebracht hat.

Für uns vor Ort hat dieses Erinnern eine besondere Bedeutung. Die Geschichte der deutschen Teilung ist auch ein Teil unserer Heimatgeschichte. Der Gedenkort in Großziethen führt uns vor Augen, dass die Grenze nicht irgendwo verlief, sondern mitten durch die Lebenswelt der Menschen in unserer Region. Was heute zusammengehört und im Alltag selbstverständlich miteinander verbunden ist, war über Jahrzehnte voneinander getrennt.

Deshalb ist das Gedenken mehr als ein Rückblick. Es ist eine Verpflichtung, die Erinnerung weiterzugeben und gerade jüngeren Generationen zu vermitteln, was ein Leben ohne Reisefreiheit, ohne freie politische Entscheidung und ohne die Möglichkeit zur offenen Kritik bedeutet.

Für uns als CDU ist klar: Die Würde des Menschen, seine Selbstbestimmung und seine unveräußerlichen Rechte müssen im Mittelpunkt staatlichen Handelns stehen. Freiheit ist kein Zugeständnis des Staates. Sie ist das Recht jedes einzelnen Menschen.

Das Gedenken an den Mauerbau mahnt uns deshalb auch, die SED-Diktatur nicht zu verharmlosen. Die Erinnerung an persönliche Alltagserfahrungen in der DDR darf nicht dazu führen, das politische Unrecht auszublenden. Die Lebensleistungen der Menschen verdienen Anerkennung und Respekt. Das System, das ihnen grundlegende Rechte vorenthielt, verdient keine Verklärung.